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Schaltwerk

Allgemein

Das erste Schaltwerk gab es 1928 von Simplex, aber noch weit verändert von dem was wir heute kennen. Lange Zeit war es nicht möglich fest gerasterte Schaltschritte am Schalthebel zu verwenden, weil die Schaltwerke kein Schrägparallelogramm hatten. Erst 1984 übernahm Shimano das Prinzip von Suntour welches es seit 1964 gab. Bei diesem um 25° schräg angeordnetem Parallelogramm schwenkt das Schaltwerk nicht nur nach innen, sondern auch gleichzeitig nach unten. Hierdurch werden gleichbleibende Abstände von der oberen Schaltrolle zum Ritzel ermöglicht. Bis heute arbeiten alle Schaltwerke nach diesem Prinzip, mit Ausnahme der SRAM Horizon Technik beim XX1.

Schaltwerk Rennrad/MTB

Zwischen MTB und Rennrad gab es in der Vergangenheit technisch gesehen keine großen Unterschiede. Ausser das der Schaltkäfig am MTB wegen der großen Übersetzungsbandbreite meist länger ist, während man am Rennrad vorne in der Regel nur 2 Kettenblätter und nicht so große Ritzel hat, ein kurzer Käfig also meistens ausreichend ist. Bei 2fach MTB ist der Käfig meist mittellang (Shimano GS) und bei 3fach MTB lang (Shimano SGS).

Neuere MTB Schaltwerke sind durch härtere Federn oder Technologien wie Horizon, Shadow (Plus) jedoch schaltstabiler im harten Gelände. Dadurch das man heute vorne häufig nur noch 1 Kettenblatt hat, benötigt man trotz riesiger Ritzel nicht mehr so extrem lange Käfige wie bei 3x Antrieben. Dies ist insbesondere im Gelände ein Vorteil. Wobei die Schaltwerke von Shimano auch bei 2x funktionieren müssen und der Käfig etwas länger als notwendig ist bei 1x11. Ebenso ist bei 1x12 SRAM der Käfig nicht mehr wirklich kurz, was durch die größeren Rollen etwas kaschiert wird.

Bei älteren Shimano Hone/Saint wird das Schaltwerk im Nabenbereich befestigt, dies ist wesentlich stabiler als über das Schaltauge.

Federspannung

Ein konventionelles Schaltwerk mit Schrägparallelogramm hat 3 Federn. Die B-Tension Feder welche sich ganz oben an der Befestigungsschraube befindet. Die von aussen sichtbare Feder im Schaltwerkskörper, die für die Zugspannung zuständig ist und die P-Tension Feder ganz unten, die den Käfig auf Spannung hält. Gerade im Gelände ist die Federspannung wichtig, damit die Kette nicht zu stark schlägt, vom Kettenblatt springt oder Ghostshifting entsteht.

servo panta

Shimano Double Servo-Panta Mechanismus

P-Tension Feder

SRAM und Shimano hat hier spezielle Versionen (Type2,Shadow Plus) im Programm um die Kettenspannung durch Änderung der P-Tension Feder zu erhöhen. Diese werden im untenstehenden Abschnitt erläutert.

B-Tension Feder

Mit der B-Tension Feder wird der Rotationswinkel des Schaltwerks eingestellt. Es bewegt sich durch Verstellung entweder nach hinten und unten oder nach vorne und oben. Dadurch wird die sog. Umschlingung am Ritzel eingestellt und bewirkt auch eine Veränderung des Abstands von oberer Leitrolle zum jeweiligen Ritzel. Die Umschlingung ist beim kleinsten Ritzel am geringsten, optimal ist wenn etwa 1-1,5 Kettenglieder zwischen oberer Leitrolle und jeweiligem Ritzel frei sind und wenn der Austrittswinkel der Kette etwa 15 Grad im vergleich zum oberen Kettenabschnitt ist. Shimano sorgte auch schon mit der Shadow Technologie und dem Verzicht der B-Tension Feder dafür, dass das Schaltwerk besser stabilisiert wurde. Während SRAM schon von Anfang an relativ harte B-Tension Federn benutzte. Bei manchen Schaltwerk lässt sich die Spannung der B-Tension Feder erhöhen, in dem man die Feder umsteckt. Normalerweise wird der Rotationswinkel des Schaltwerks, aber mit der sog. B-Screw verändert.

chainwrap

B-Screw beeinflusst die Umschlingung des Ritzels

Feder für Zugspannung

Bei der Feder die für die Zugspannung zuständig ist, gibt es jedoch leider nicht viel zu optimieren. Das Problem welches als Ghostshifting bezeichnet wird, ist auch hier im Gelände, wenn die Wucht vom Aufprall des Hindernisses, dass Schaltwerk "schräg nach oben" springen lässt und dadurch die Kette teilweise auf das größere Ritzel befördert wird. Wenn man nach dem Hindernis weiter treten will, so kracht es erstmal ordentlich. Dies passiert vor allem auf den kleineren Ritzeln, da hier die Feder weniger gespannt ist. Der Grund für dieses Phänomen liegt daran, dass sich der Schaltwerkskörper aufgrund des Schrägparallelogramm diagonal bewegen kann (und auch soll, damit der Abstand zum Ritzel gleich bleibt).

Ein Faktor der die Zuspannung verringert, sind komplett geschlossen verlegte Schaltzüge (höhere Reibung) und natürlich ausgeleierte Federn. Kettenspanner haben nicht nur eine Wirkung auf die untere Feder vom Käfig, sondern stabilisieren auch die obere Feder und reduzieren Ghostshifting drastisch. Die Kettenlänge hat daher nicht nur Einfluss auf die Kettenblätter. Da der Schaltwerkskörper durch Bolzen zusammengehalten wird, die nicht so einfach entfernt werden können, ist der Tausch der sichtbaren Feder gegen eine härtere Feder schwierig. SRAM hat ein Patent auf den sog. Bassworm, einer Hilfsfeder die am Zug angebracht wird, dieser ist aber leider nicht mehr erhältlich. Sehr simpel und effektiv ist die Lösung im Bild unten. Durch solche Zusatzfedern erhöht sich aber natürlich auch der Kraftaufwand und die Vorspannkraft bei den größeren Ritzeln stärker als bei den kleineren Ritzeln. Man kann aber auch einfach die vorhandene Feder mit Draht zusammen binden, um die Spannung zu erhöhen.

feather

Zusätzliche Feder spannt stärker, Quelle Schildbürger aus Mtb-news

Schaltkapazität

Die Schaltkapazität bezieht sich auf den schaltbaren Bereich an Ritzel/Kettenblätter. Dieser ergibt sich aus der Differenz kleinem/großem Ritzel + kleinem/großem Kettenblatt. Bei den vom Hersteller angegebenen Werten ist manchmal eine Toleranz von 1-2 Zähnen möglich. Ist der Käfig zu kurz, hängt die Kette auf kleinen Ritzeln durch oder das Schaltwerk wird überspannt, wenn man große Ritzel und großes Kettenblatt fährt. Ein kurzer Käfig hat üblicherweise einen Leitrollenabstand von ca. 5-6cm, mittellang für MTB 2fach ca. 7-8cm und lang für MTB 3fach ca. 8,5-10cm. Bei 10fach Shadow Schaltwerken ist GS 79mm und SGS 95mm.

Tabelle für Campagnolo
Länge Schaltkäfig Gesamte Kapazität Größtes Ritzel Kleinstes Ritzel Differenz Kettenblätter
11s kurz 31 27 11 16
10s kurz 30 26 11 16
10s mittel 32 29 11 16
10s lang 38 29 11 22
Tabelle für Shimano
Typ Gesamte Kapazität Größtes Ritzel Kleinstes Ritzel Differenz Kettenblätter
Road RD-1055 SS 8sp kurz 28 28 11 13
Road RD-6600 SS 10sp kurz 29 27 11 16
Road RD-6600 GS 10sp lang 37 27 11 22
MTB RD-M761 9sp SGS super lang 45 (43 RD-M750) 34 11 22
MTB RD-M761 9sp GS mittel/lang 33 34 11 22
MTB RD-M773 10sp SGS super lang 43 36 11 18
MTB RD-M773 10sp GS mittel/lang 35 36 11 18
MTB RD-M820 10sp SS kurz 25 28/36 11 -
Tabelle für SRAM
Länge Schaltkäfig Gesamte Kapazität Größtes Ritzel Kleinstes Ritzel Differenz Kettenblätter
kurz 30 - - -
mittel 37 - - -
lang 45 - - -

Größtes Ritzel rattert weil Abstand zur Leitrolle zu klein

Wie groß das größte Ritzel maximal sein darf, hängt von einigen Faktoren ab. Die Länge des Käfigs ist da nur indirekt entscheidend, da dieser die maximale Kapazität vorgibt (siehe oben). Ein weiterer Faktor ist die Geometrie vom Schaltwerk, auf welcher Höhe die obere Schaltrolle ist. Um größtmögliche Ritzel montieren zu können, kann man sich folgender Tricks bedienen:
1. Die B-Schraube komplett eindrehen (bei Shimano), allerdings kann es sein das die Gänge damit etwas langsam schalten.
2. Eine längere B-Schraube verwenden und das Ende mit 2 Muttern versehen, damit die Muttern auf dem Schaltauge greifen.
3. Die obere Schaltrolle gegen eine kleinere mit 10 Zähnen austauschen falls noch nicht vorhanden.
4. Das Schaltauge gegen eine längere Version tauschen.

Shimano Shadow

Bei den sog. Shadow MTB Schaltwerken von Shimano wurde der Schaltwerkskörper flacher, dies soll verhindern das man mit dem Schaltwerk in Ästen oder ähnliches hängenbleibt. Die B-Tension Feder entfällt hier komplett, dadurch macht der Schaltwerkskörper deutlich weniger Bewegungen. Insbesondere im Gelände ist dies von Vorteil, weswegen Shadow auch nur am MTB angeboten wird. Bei herkömmlichen Shimano Schaltwerken mit B-Tension Feder kam es häufig vor das der Schaltwerkskörper sogar die Kettenstrebe berührt. Ebenso wie bei SRAM fällt die gebogene Schalthülle weg. Shadow Plus bezeichnet eine Einstellmöglichkeit des Käfigs, hier kann mit einem Hebel die Dämpfung justiert werden damit der Käfig langsamer zurückfedert. Ein Feilauf erhöht in eine Richtung die Reibung.

SRAM Type2, Cage Lock, Roller Bearing Clutch

Bei den SRAM MTB Type2 Schaltwerken gibt es eine ähnliche Technik wie bei Shadow Plus. Hier kommt eine sog. Roller Bearing Clutch (Nadellager) zum Einsatz, die mit Öl oder Fett gefüllt ist. Dies soll die Bewegungen dämpfen. Zusätzlich gibt es noch einen Cage Lock, d.h. ein Knopf mit dem man den Schaltwerkskäfig einrasten und so das Hinterrad leichter ausbauen kann, denn das Schaltwerk ist straffer als herkömmliche Schaltwerke. Zur Überwindung sind 4nm notwendig.

SRAM Horizon

Dieses Schaltwerk, welches mit der XX1 11fach Gruppe eingeführt wird, unterscheidet sich etwas von herkömmlichen Schaltwerken mit Schrägparallelogramm. Der Schaltwerkskörper bewegt sich hier nicht schräg, sondern ausschließlich seitlich (deswegen der Name horizon für horizontal). Damit der Abstand der oberen Leitrolle immer gleich zur Kassette ist, wurde die Rolle seitlich versetzt. Damit dies einwandfrei arbeitet, ist es allerdings auch notwendig, dass sich vorne nur 1 Kettenblatt befindet. Würde man z.B. 2 Kettenblätter montieren, hätte man auf dem anderen Blatt einen komplett anderen Abstand von Rolle zu Ritzel. Der Grund für den Verzicht des traditionellen Schrägparallelogramms liegt darin, um Ghostshifting zu reduzieren (siehe auch oben unter Federspannung).

Top Normal und Low Normal

Es gibt von Shimano zwei verschiedene Anlenkungen am Schaltwerk, umgangssprachlich auch Umwerfer genannt, was aber normalerweise den vorderen Umwerfer bezeichnet. Bei der traditionellen top normal Methode, die auch andere Hersteller verwenden, steht das Schaltwerk ohne Zugspannung, durch seine Federspannung am kleinsten Ritzel und muss mit Handkraft auf die größeren Ritzel geschaltet werden. Bei low normal (auch inverse genannt), steht das Schaltwerk am größten Ritzel (deswegen low = kleiner Gang) und muss mit Handkraft auf die kleineren Ritzel geschaltet werden. Top Normal wird bei Shimano vor allem für Rapidfire und STI Hebel verwendet. Low Normal ist für Dualcontrol Hebel optimiert.

Da der kritische Schaltvorgang auf kleinere Ritzel per Federkraft erledigt wird, soll dies weniger Verschleiss ergeben. Wenn man aber am Berg schnell runterschalten muss, wird dies etwas länger dauern.

Man sollte jedoch beachten, daß Schalthebel mit der jeweiligen Technik zum Schaltwerk kombiniert werden sollten, da sich sonst die Schaltrichtung umdreht.

Hebelverhältnis Schaltwerk

Campagnolo
Typ Hebelverhältnis
Campa pre 2001 Standardklemmung 1.43:1
Campa 2001+ Standardklemmung 1.5:1
Campa 2001+ Hubbub Klemmung 1.43:1
Campa 2001+ old Dura Ace Style Klemmung ~1.6:1 - 1.7:1
Campa 2001+ Klemmung gegenüber Standardklemmung ~1.7:1 - 1.8:1

Shimano
Typ Hebelverhältnis
Shimano 10fach MTB Dynasys Klemmung gegenüber ~1.08:1
Shimano 10fach MTB Dynasys ~1.1:1
Shimano 11fach MTB Dynasys ~1.12:1
Shimano 11fach Road ~1.4:1
Shimano old (RR bis 10fach, MTB bis 9fach) mit Standardklemmung und 10fach Dynasys "Bierschwanger" 1.67:1 - 1.7:1
Shimano old mit direkterer Anlenkung laut Hubbub 1.6:1
Shimano old mit verlängerter Übersetzung "old DuraAce Style" ~1.8:1 - 1.9:1
Shimano old mit Klemmungspunkt gegenüber Standardklemmung ~1.9:1 - 2.0:1

SRAM
Typ Hebelverhältnis
SRAM 1:1 MTB und X-Actuation 11fach 1.0:1 - 1.1:1
SRAM 10x Road/MTB Exact-Actuation ~1.3:1

Die Hebelverhältnisse sind leider nicht exakt genug bekannt (insbesondere mit verlängerter Übersetzung für größeres Hebelverhältnis) und können leicht abweichen.

Tip: Mit Hilfe der Hebelverhältnisse lassen sich die Schaltschritte an der Kassette bestimmen, wenn der Schaltschritt des Shifters (siehe Kapitel Schalthebel), pro Schaltungspunkt, bekannt ist: z.B.10fach Shimano: Schaltwerk 1.7 x 2.3mm = 3.91mm. Laut Hersteller Identiti, der ein 10fach Dura Ace Schaltwerk mit einem 9fach XTR Shifter benutzt, heisst es das die 10fach MTB Schaltwerke ein geändertes Übersetzungsverhältnis haben sollen, weil der 10fach XTR Shifter nicht mit dem Dura Ace Schaltwerk funktioniert.

Gebogene Aussenhülle

Herkömmliche Schaltwerke haben eine um 180Grad gebogene Aussenhülle, die für mehr Reibung sorgt. Ausserdem hat man noch die Gefahr, daß sich ein Gegenstand in dieser Schlaufe verfängt. SRAM hat als erster den Schaltzug so ins Schaltwerk laufen lassen, damit dies nich mehr erforderlich ist. Shimano nutzt diese Technik nun ebenfalls bei den Shadow Modellen.

Ältere Dura Ace Komponenten bis 1997

Dura Ace 6,7,8fach Shifter hatten einen kürzeren Seileinholweg als andere Shimano Komponenten und sind daher nicht direkt kompatibel zu anderen Gruppen. Es ist jedoch möglich ein neueres Schaltwerk so zu klemmen, daß man es mit älteren Shiftern kombinieren kann.

duraace

Quelle: Shimano

Diese Klemmung vergrößert den Schaltschritt. Damit soll es auch möglich sein eine 9fach Kassette mit 10fach STI anzusteuern.

Campagnolo 11fach

Laut Campagnolo sind 11fach Schaltwerke nicht kompatibel mit 10fach Schaltungen. Die Begründung liegt darin das ein 10fach Schaltwerk, Schaltrollen mit 10 Zähnen hat und ein 11fach Schaltwerk, wie passend: 11Zähne. Allerdings haben Leute diese unerlaubte Kombination schon problemfrei betrieben. Probleme gäbe es noch am ehesten, wenn der Käfig innen zu eng für die Kette wäre. was der Grund ist, warum man z.b. keine 8fach Kette in einem 10fach Schaltwerk fahren kann. Die Aussenbreite der Schalträdchen bei 10fach und 11fach ist bei beiden 8.4mm.

Schaltrollen

Die obere Schaltrolle ist bei Campa und Shimano mit axialem Spiel versehen. Dies soll gewährleisten, daß die Schaltrolle stets exakt über dem Ritzel läuft. Könnte sie nicht seitlich nachrutschen, hätte man bei ungenauer Einstellung vom Schaltzug eher ein rattern am Ritzel, weil die Schaltrolle nicht in einer Linie dazu läuft. SRAM hat meines Wissens nach Rollen ohne diesem Spiel und alle Nachrüst-Schaltrollen mit Kugellager ebenso. Bei Shimano fällt auf das die Rollen im XT Schaltwerk weniger seitliches Spiel als bei SLX haben. Bei wirklich exakt eingestelltem Schaltzug, ist es wohl doch genauer als mit erhöhtem Spiel an der Schaltrolle. Shimano hat bei der Lagerung meist Gleitlager, welche keine Schmierung benötigen und völlig ausreichend sind. In den besseren Serien wurden auch Keramik Gleitlager oder Industrielager verwendet. Schaltrollen mit Industrielager gehen häufig schnell kaputt oder müssen häufiger gereinigt werden, weil Dreck eindringt. Diese haben auch sehr wenig seitliches Spiel. Gerade am MTB würde ich daher eher auf Gleitlager setzen. Suntour hatte hier seitlich Aluspacer die das Lager vor Schmutz besser schützten.

Vom Material sind die meisten Rollen aus Plastik, was auch völlig ausreichend ist und leiser laufen dürfte. Der einzige Vorteil bei den teuren Alurollen dürfte der sein, daß der Schmutz nicht so leicht haftet. SRAM hat seit 1x11 Narrow Wide auch an der unteren Schaltrolle. Durch den erhöhten Schräglauf hat man dadurch eine bessere Funktion. Bei Shimano mit normaler Rolle, fällt auf das die Kette manchmal nicht sauber auf der Schaltrolle läuft, wenn diese schon leicht verschlissen ist.

jockey

Extrem abgenutzte Schaltrolle

Eine weitere Sache, die eher weniger bekannt ist, die Größe der Schaltrollen hat einen Einfluss darauf wieviel Energie aufgewendet werden muss, weil der Umschlingungsgrad der Kette an diesen Rollen sehr eng ist, müssen sich an der Kette die Glieder weiter bewegen, wodurch ein Leistungsverlust stattfindet. Ein Schaltwerk mit 13/15z soll angeblich um die 5W Einsparungen bringen. Im Vergleich zu verschiedenen Laufrädern, ist das eine Menge. Auffällig ist auch das Schaltwerke der Billigserien z.B. Shimano Acera, mit wesentlich größeren Rollen als in den höheren Serien ausgestattet sind. Ich vermute das hier Optik und Gewicht ein Grund ist, keine größeren Rollen zu verwenden. Shimano schreibt das Geräusch und Verschleiss reduziert werden. Was allerdings seltsam ist, daß Shimano beim 3x9 Dura Ace Schaltwerk schon einmal 13z verwendet hat.

Schaltrollen nach Schaltwerk
* geänderte Befestigung, spezielle Rollen notwendig
Typ Größe
Campa bis 10fach 10z
Campa 11fach 11z
Shimano Acera,Altus, Tourney mit Smartcage für Megarange 13z/15z
Shimano Acera, Alivio 13z
Shimano Dura Ace RD-7700-GS 13z
Shimano bis 8fach 10z
Shimano ab 9fach 11z
SRAM bis 2000 10z
SRAM ab 2000* 11z
SRAM ab 1x11 12z N/W

Schaltauge

Das Schaltauge ist in der Regel austauschbar. Manche teure Carbonrahmen, z.B. Scott CR-1, haben kein austauschbares Schaltauge und bieten keine Reparaturmöglichkeit. Mitunter kann es auch nicht leicht sein, sich passenden Ersatz zu besorgen. Wer handwerklich etwas begabt ist, baut sich selber eins aus einem Alustreifen. Das Gewinde am Schaltauge hat 10x26TPI (threads per inch) bzw. M10x1 Feingewinde. Auch kann das Gewinde ausreissen, dies kann man mit Helicoil reparieren. Cyclus hat eine Gewindehülse mit Aussen M12x1 im Angebot. Hier ist auch ein Gewindebohrer mit M12x1 notwendig. Manche Schaltaugen haben auch das Gewinde in einer Form von Spirale eingebaut.

Auch am Schaltauge können Knackgeräusche entstehen. Das Schaltauge gut einfetten, auch die Aussenkanten der Nabe. Eine häufige Ursache für Schaltprobleme sind verbogene Schaltaugen. Ein klassischer Fall ist, wenn das Schaltwerk in den äußeren Gängen gut läuft und in der Mitte Probleme macht. Das Schaltauge kann man mit einer Richtlehre nachbiegen.

Die Länge des Schaltauges entscheidet auch im kleineren Umfang, wie groß das größte Ritzel sein darf.

directmount

Rahmen mit Direct Mount vs. herkömmliches Schaltauge, Quelle: Shimano

Relativ neu sind Rahmen mit Direct Mount Aufnahme fürs Schaltwerk. Diese sind weiter nach hinten gebogen und sind für Schaltwerke ohne Ausleger konzipiert. Bei diesen soll das Hinterrad leichter auszubauen sein und es sind kürzere Kettenstreben möglich.

Montage

Wenn die Kette auf dem kleinen Kettenblatt und größtem Ritzel ist, sollten in etwa 1 - 1.5 Kettenglieder Abstand von Ritzel zu oberer Leitrolle sein. Shimano gibt bei Shadow RD einen Abstand von 5-6mm bei 34-36er Ritzel und 9-10mm bei 32er Ritzel an. Campagnolo gibt 7mm Abstand von großem Ritzel zur oberen Leitrolle an, bei SRAM sind es 6mm. Ist der Abstand zu groß, schaltet es nur widerwillig weil die Kette sich selbst auch biegt und seitliche Differenzen auszugleichen versucht. Bei zu kleinem Abstand fängt das Schaltwerk vorzugsweise bei kleinen Ritzeln, unkontrolliert zu springen an d.h. es rattert am benachbarten Ritzel oder schaltet im Gelände gar komplett über. Beim größten Ritzel rattert es ebenso leichter, die obere Schaltrolle ist hier dem Ritzel besonders nahe. Der in diesem Zusammenhang entsprechende Winkel des Schaltwerks, kann mit der laut Shimano sog. B-Schraube justiert werden, welche sich in der Nähe des Schaltauges befindet. Diese Schraube verändert den Winkel des kompletten Schaltwerks.

Bei Campagnolo ist diese Schraube am Anfang des Käfigs zu finden und verändert nur den Winkel des Käfigs, nicht wie bei Shimano, den des kompletten Schaltwerks. Auch darauf achten das der Winkel des Schaltwerks so eingestellt ist, das die Kette möglichst fest gespannt ist und nicht durchhängt. Sonst kann es passieren der Umwerfer nicht mehr sauber schaltet, die Kette z.b. zwischen die Kettenblätter fällt. Deswegen drehe ich die Schraube bei Campa soweit hinein wie möglich. Dabei muss man natürlich auch den Abstand zum Ritzel beachten weil sich dieser dadurch verringert. Dreht man die Schraube heraus, also gegen den Uhrzeigersinn, wird der Abstand zum Ritzel größer, der Käfig schwenkt aber nach vorne und die Kettenspannung wird schwächer. Ich drehe bei einem 27er Ritzel mit kurzem Schaltkäfig die Schraube ganz herein und dann soweit hinaus das es im genannten Gang beim rückwärtskurbeln keine Schleifgeräusche gibt und der Käfig nicht mehr pulsiert weil er regelrecht auf dem Ritzel aufsitzt, weil die obere Schaltrolle zu nahe am Ritzel ist. Bei einem 32er Ritzel musste ich die Schraube nahezu komplett herausschrauben, sonst gab es Rattergeräusche.

Die Begrenzerschraube für das große Ritzel muss auf jeden Fall so eingestellt werden, daß die Kette nicht über das größte Ritzel hinausgeschaltet werden kann sonst kann es sehr teuer werden. Die Schaltrolle sollte exakt mittig unter dem großen Mittel stehen wenn das Schatlwerk auf Anschlag steht. Man sollte auch von Hand versuchen das Schaltwerk nach aussen zu drücken, denn es wäre möglich das der Schaltzug das Schaltwerk nicht vollständig nach aussen schwenkt. Beim kleineren Ritzel soll man laut Shimano den Anschlag so einstellen, daß die Mitte der Schaltrolle bis zum äußeren Rand des kleinsten Ritzel geht, sonst schaltet es nur widerwillig auf selbiges.

Die Zughülle die im Bogen zum Schaltwerk verläuft, darf auf keinen Fall zu kurz sein.

Den Schaltzug relativ stramm klemmen, dazu auf das kleinste Ritzel schalten. Benötigt man noch höhere Spannung z.B. bei der HubBub Klemmung, Schaltwerk mit Kette auf vorletztes Ritzel ausrichten und erst dann klemmen. Bei Dynasys soll es relativ locker sein.

fail

Klemmung bei Campagnolo (Quelle: Campagnolo)

Den Schaltzug immer in der Führung klemmen, beachtet man dies nicht, schaltet es unsauber. Bei Campagnolo ist diese Führung nicht immer vorhanden, den Zug hinter der Schraube klemmen. Bei SRAM mit der eingebauten Umlenkung, ist es egal wo der Zug geklemmt wird.

fail

Anschließend sieht das montierte Schaltwerk, hoffentlich nicht so aus!

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anon16 zoni sagte im Thema Spokomat ...#418
 
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anon16 Fritz sagte im Thema Hinterbaudämpfer ...#403
 
zu 397 1.5mm (1.47mm) Kugel gehört ans Ende der Nadel Und kein O-Ring ????
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anon16 xrated sagte im Thema News ...#402
 
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anon16 Johannes sagte im Thema Tretkurbel ...#401
 
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anon16 Itsme sagte im Thema Spokomat ...#400
 
Danke für die schnelle Antwort
April 23, 2017 at 9:24 pm
von: bis:

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