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Widerange Kassette

Allgemein

Die Kassetten wurden durch das weglassen von Kettenblättern im Laufe der Zeit technisch immer anspruchsvoller. Während früher einfach nur aneinander gereihte Einzelritzel üblich waren, gab es aus Gewichts- und Stabilitätsgründen immer ausgefeiltere Konstruktionen um die höhere Bandbreite zu realisieren.

Was oftmals von Käufern nicht beachtet wird, die kleinen Ritzel tragen wesentlich mehr zur Bandbreite bei als größere Ritzel. So hat eine 10-46 Kassette 460% Bandbreite, während 11-50 454% haben. Der eine Zahn von 11 auf 10 macht also mehr aus als das um 4 Zähne größere 50er.

kcnc12

KCNC 9-52 mit seltsamen Gangsprüngen und übermäßig vielen Aluritzeln (km/h Angabe über dem Dreieck, Prozent unten)

Ebenso sind die Gangsprünge manchmal nicht optimal. Während z.B. bei der Shimano 11-46 nur der Sprung von 37 auf 46 etwas zu groß ist, sieht man bei der 9-52 von KCNC Sprünge von 12,15,18,22 einfach viel zu groß sind und 30,34 sowie 40,46,52 unnötig klein. Man sollte wie aus oberen Absatz schon gelernt, bei den großen Ritzel eine Tendenz zu größeren Gangsprüngen einsetzen so das die Gangsprünge prozentual gleich verteilt sind.

Nachteile

Preise und Kompatibilität

Aufwendige Konstruktionen, vor allem bei XD, treiben den Preis in die Höhe. Mitunter sind spezielle Freiläufe notwendig um kleinere Ritzel als 11 verbauen zu können. Diese sind jedoch nicht immer mit allen Naben kompatibel, gerade ältere Naben lassen sich nicht immer umrüsten. Auch haben die allermeisten 11fach Schaltwerke eine begrenzte Bandbreite. Zusätzliche Hanger wie Roadlink oder Goatlink sind hier keine Lösung, sondern bewirken das gleiche wie eine längere B-Schraube und sorgen für zu großen Abstand bei den kleineren Ritzeln.

Kosteneinsparung mit schlechter Haltbarkeit

Viele Hersteller versuchen technische Herausforderungen mit übermäßigen Einsatz von Aluritzeln zu umgehen. Alu ist zwar einiges leichter als Stahl und lässt sich wesentlich einfach verarbeiten, jedoch beträgt die Lebensdauer nur noch einen Bruchteil. Interessant dürfte hier insbesondere die Härte in Brinell sein. Dies drückt aus, wieviel mechanischen Widerstand der Werkstoff gegenüber Druck mit einem anderen Gegenstand entgegensetzt. 7075 Alu könnte von der Brinell Härte bei den größeren Ritzeln eine Alternative sein, neigt jedoch auf seiner Sprödigkeit zu Zahnausfällen. 6061 was oft verwendet wird, ist zu weich und neigt dazu sich zu verformen. Aluminium sollte generell frühestens erst ab 40 Zähnen verwendet werden.

Hoher Konstruktiver Aufwand für geringes Gewicht

Gerade beim Shimano HG Freilauf ist es relativ schwer, leichte und haltbare Kassetten zu bauen. Bei SRAM XD ist es dagegen schwer, günstige Kassetten zu bauen aufgrund des Ritzelclusters. Die teuren Kassetten von SRAM werden aufwendig aus einem Block gefräst und auch die günstigere GX Kassette ist mit den über 100 Stahlpins immer noch ziemlich teuer. Deswegen fertigt SRAM die günstigste NX wohl auch für den HG Freilauf, hier aber mit exorbitantem Gewicht.

Schlechte Kettenlinie

Aufgrund der immer größer werdenden Ritzeln wird auch die Kettenlinie immer schlechter, in Folge hat man relativ oft mit abspringenden Ketten zu kämpfen wenn man im größten Ritzel ist und rückwärts kurbelt. Die Kettenlinie wirkt sich natürlich auch negativ auf die Lebensdauer aus.

Lange Schaltwerke

Ebenso wurden die Käfige der Schaltwerke immer länger, dadurch hat man vor allem mit kleineren Laufrädern häufiger Bodenkontakt im Gelände was zu verbogenen oder gar abreissenden Teilen führen kann. Lange Schaltwerke haben ebenso mehr Probleme, die Kette im Zaum zu halten wenn es ruppig wird.

Schlechte Schaltqualität bei nachgerüsteten Kassetten

Nicht nur die sehr hohe Kettenlinie macht oft Probleme mit vom großen Ritzel, herunterfallender Kette auch erhöht sich dadurch der Verschleiss enorm. Umrüstwillige mit 11fach Shimano Schaltwerk die ohne weitere Modifikation z.B. auf eine 11-50 Kassette wechseln, haben dadurch eine wesentlich schlechtere Schaltqualität weil die B-Schraube zu weit eingedreht werden muss und der Abstand der oberen Schaltrolle bei den kleineren Ritzeln zu hoch wird.

Kompromisse bei den Zahnabständen

Aufgrund der gestiegenen Bandbreite wurden die Ritzelabstände immer größer. Dies ist am MTB jedoch eher selten ein Problem.

11fach Schaltwerke kommen an ihre Grenzen

SRAM und Shimano haben ihre 11fach Schaltwerke nur bis zu einem gewissen Limit gebaut. Bei SRAM ist man aufgrund des kurzen Käfigs mit 460% Bandbreite schon ziemlich am Ende, während Shimano weniger mit der Bandbreite, als mit den großen Gangsprüngen ab 46 auf 50 Probleme hat, weil die obere Rolle nicht weit genug vesetzt ist. Das übermäßige eindrehen der sog. B-Schraube bewirkt, dass die kleineren Ritzel viel langsamer und ungenauer schalten. Von einigen Herstellern gibt es daher spezielle Käfige zum umbauen. Man kann aber auch einfach ein SRAM 12fach Schaltwerk verbauen, da sich die Übersetzung so gut wie gar nicht geändert hat. Es funktioniert selbst mit Shimano Schalthebel. Wenn man nichts an seinem 11fach Schaltwerk verändern möchte, ist eine 9-46 oder 10-46 Kassette der beste Kompromiss aus Bandbreite und Schaltqualität.

Übersicht

Freiläufe

Von SRAM gibt es den XD Freilauf, bei diesem ist nicht ganz sicher ob sich Kassetten komplett ohne Patentgebühren verkaufen lassen, da nur wenige Hersteller auf diesen setzen. Es ist allerdings eher zu vermuten das die Herstellungskosten zu teuer sind. Denn e13, Garbaruk, Leonardi, KCNC bieten derzeit Kassetten für XD an. Sunrace hat Ende 2018 eine spezielle Freilaufhülse als Adapter herausgebracht. Ist jedoch noch nicht erhältlich. Shimano kam 2018 mit Microspline, nur sehr wenige Firmen bieten diesen bisher an. Shimano schrieb, dass sie die Toleranzen der Freiläufe genau überprüfen will und vorerst nicht jedem Hersteller die Produktion erlaubt. Es ist aber zu erwarten das sich dies später ändern wird. Von Hope und Oneup gibt bzw. gab es eigene Freiläufe um kleinere Ritzel montieren zu können, diese spielen aber nur eine sehr kleine Rolle bzw. ist der Freilauf von Oneup schon nicht mehr erhältlich.

Kassetten

Die mit Abstand am größte Übersicht an Kassetten gibt es hier.

Am häufigsten werden wohl die 10-42, 10-50 von SRAM sowie 11-42 und 11-46 von Shimano verkauft werden. Weit verbreitet dürften auch Sunrace mit 11-46 und 11-50 sein. Vor allem YT verbaut häufig e13 Kassetten, welche jedoch in der 11fach Version zuviele Aluritzel haben. Daneben gibt es mit Hope, Leonardi, Garbaruk, ZTTO, Ingrid, KCNC einige Kassetten die Exotenstatus haben. Interessant finde ich davon Garbaruk, weil diese aus einem Stahlblock gefräst wird. Diese hat neben dem hohen Preis, jedoch noch andere Nachteile wie seltsame Ritzelabstände, Tendenz zu Geräuschen oder Inkompatibilität zu manchen Naben wie Hope aufgrund der Endkappe.

Neue Kassetten

Shimano könnte 2019 evtl eine neue XT Kassette herausbringen. Ähnlich aufgebaut wie M9100 nur etwas schwerer.

Sunrace hat neben 10-50 und 10-52 auch eine 10-46 für 11fach in Planung. Diese werden über eine spezielle Adapterhülse mit dem XD Freilauf verschraubt. Unklar ist noch, wie man diesen Adapter wieder vom Freilauf entfernt.

ztto

ZTTO Prototyp

Von ZTTO gibt es einige XD Prototypen, diese vermuten das es mit SRAM Patentschwierigkeiten geben könnte.

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anon16 xrated sagte im Thema Scheibenbremse Technik ...#490
 
Das macht keinen Sinn, Aluminium leitet noch mehr Hitze ins innere vom Sattel.
October 20, 2019 at 11:42 am
anon16 Diamandt sagte im Thema Scheibenbremse Technik ...#489
 
Falsch. Mt5 hat Kunststoffkolben und darf nicht mit Sinterbelägen gefahren werden im Gegensatz zur mt7, die Alukolben hat. Unterschied ist also nicht nur der Hebel!!!
October 13, 2019 at 8:38 pm
anon16 jj sagte im Thema Felgenbremse ...#488
 
schade, dass schlampige Sprache und Erstklassler-Kommasetzung den Sinn der Texte vor dem Leser verbergen
September 22, 2019 at 10:37 pm
anon16 Matse sagte im Thema Hinterbausysteme ...#487
 
Santa Cruz war NICHT der erste Hersteller von VPPS - 1995 brachte die Marke Outland Cycles ein VPP, meines Erachtens das erste VPP. Outland hat das Patent an Santa Cruz verkauft.
September 19, 2019 at 8:19 am
anon16 nemo sagte im Thema Innenlager ...#486
 
Die Kettenlinienformel kann aus verschiedenen Gründen nicht stimmen. Man müsste die Kettenblattbreite dazuaddieren, nicht abziehen (Du misst ja vom Kettenblatt innen). (Extrembeispiel: 10mm innen, 20mm außen, Ergebnis wäre (10 + 20 + 2) / 2 == 16, hat hin, zeichne selbst.) Damit erreichen wir die Mitte zwischen den beiden Kettenblättern. Dazu wird die Kettenlinie normlerweise von der Mitte des Sitzrohrs aus angegeben (wie auf der Sheldon-Brown-Zeichnung), also muss die Hälfte des Sitzrohrdurchmessers noch dazu. Vielen Dank für das informative Kompendium, hat mir mehrmals die Augen geöffnet.
September 10, 2019 at 2:25 pm
anon16 Tobi sagte im Thema Reverb ...#485
 
Hallo zusammen, möchte gerne den Service machen an meiner Reverb Stealth A2. Allerdings passen die Gravur und die Maße nicht. Auf dem Rohr steht 31.6 430mm. Aber die Stütze hat nur 125 Hub. Das passt ja so nicht. Wie hoch also mit Öl befüllen ?
August 26, 2019 at 9:41 pm
anon16 Stephan sagte im Thema Charger ...#484
 
Danke für die ausführliche Info. Ich überlege gerade selbst wie ich meinen Shimstack anpassen kann, tendiere jedoch zu einem härteren Setting. Mir sind im Artikel folgende Punkte aufgefallen. Die Stahlfeder in der RCT3 welche den Shimstack vorspannt ist nur im Climb Modus aktiv. Im Open und Trail Mode nicht, hier ist ein Abstand zwischen Feder und Shim. Desweiteren werden im Climb Modus die Ports für das Lowspeed Damping verdeckt und im Trailmodus vermutlich nur halb verdeckt. Das erklärt auch weshalb der Rebound langsamer wird, da das Öl nur durch das Check Valve fließen kann und nicht mehr durch den LowSpeed Port. So wie das aussieht, soll der Compression Shimstack wie ein Popetvalve funktionieren. Also er soll sich nicht dynamisch anpassen, sondern ab einem Punkt einfach aufmachen. Da die die High- und Lowspeed Ports parallel angesteuert werden, ist der maximale Wert vom Lowspeed abhängig Highspeed Shimstack. Ist dieser zu soft hat man entsprechend wenig Lowspeed Damping da das ganze öl durch den Shimstack fließt. Eine Anpassung in der RCT3 ist noch schwieriger da das Endteil der Stahlfeder bündig mit den Shims sein muss. Ändert man die Größe der Shims oder die Höhe funktioniert das nicht mehr richtig. Dann gehen entweder die Shims kaputt, können sich nicht richtig bewegen und man hat zuwenig oder zuviel Vorspannung.
August 22, 2019 at 12:14 pm
anon16 elphil sagte im Thema Monarch ...#483
 
Vielen Dank fuer die O-Ring Groessen! Moechte nicht das teure Servicekit wegen zwei Dichtungen kaufen, IFP ist undicht. Hat mir sehr geholfen!
August 21, 2019 at 7:46 pm
anon16 GhostriderXL sagte im Thema Laufrad bauen ...#482
 
Heute mein erstes Laufrad selbst gebaut: -Nabendynamo Shimano DH-T8000 -Felge DT Swiss 545d 622-21 -Speichen DT Swiss Alpine III, 290mm, -Nippel DT Swiss ProLock, 12mm Super Anleitung, hat auf Anhieb geklappt. Nach dem Zentrieren mein bestes Vorderrad, das ich je hatte.
July 28, 2019 at 10:51 pm
anon16 omid sagte im Thema Campa/Shimano ...#481
 
9fach Campagnolo Ergos mit 8fach Shimano Gruppe. Habe 9-Fach Veloce Ergopower mit Shimano 8-Fach Schaltwerk und Kassette kombiniert. Das funktioniert ohne irgendwelche Modifikationen, einfach so.
July 28, 2019 at 8:26 am
von: bis:

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