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Rahmengröße und Geometrie

Allgemein

Viele Hersteller und Händler geben an, die Rahmengröße richte sich nur nach Schrittlänge, doch ich halte dies für veraltet und für mehr als eine grobe Bestimmung, kann dies nicht verwendet werden. Zwar geben viele Rahmenhersteller als erste Größe die Rahmenhöhe an, jedoch in den meisten Fällen auch viele weitere Daten, welche viel wichtiger sind. Die ausschließliche Angabe der Rahmenhöhe ist historisch bedingt und darauf zurück zu führen, daß die Rahmen etwa genauso lang wie hoch waren. In der heutigen Zeit mit Slopingrahmen oder beim MTB mit tendenziell überlangen Oberrohren ist die Rahmenhöhe aber nicht alleine aussägekräftig. Die Rahmenhöhe kann man völlig problemlos mit der Sattelstütze ausgleichen. Einige Hersteller wie Cube gehen sogar soweit und geben die Rahmenhöhe größer an, als sie eigentlich ist. Weil eben das virtuelle horizontale Oberrohr länger ist.

Oberrohr ist wichtig

Der geneigte Leser wird schnell feststellen das man das Oberrohr oder die Höhe des Lenkers nicht so schnell variieren kann. Bei klassischen Vorbauten konnte man noch die Lenkerhöhe bequem per Inbus einstellen, dies ist bei heutigen Aheadbasierten Systemen nicht mehr so einfach, weil der Gabelschaft schon passend d.h. zu kurz ist, um den Vorbau höher zu montieren. Und Vorbauten mit starken Winkel sind auch nicht immer optimal oder machbar. Was man machen kann, ist den negativ gedrehten Vorbau auf Positiv umzudrehen und einen Riserlenker verwenden. Auch die Vorbaulänge lässt sich in begrenztem Maße anpassen, jedoch wird (fast) niemand auf die Idee kommen bei einem MTB, einen 140er Vorbau zu montieren weil man damit die Lenkeigenschaften eines Panzers erzielt. Nur derjenige der Steuerrohr-, Oberrohr- und Sattelrohrlänge optimal aufeinander abstimmt, erhält einen Rahmen der auch wirklich passt. Dazu sind schon erheblich mehr Körperdaten notwendig als nur die Schritthöhe aber leider auch sehr schwierig zu bestimmen. Auch geben die Winkel der Rohre vor, ob der Rahmen eher sportlich oder gutwillig ist.

 

Rahmen zu klein oder zu groß

Sehr kleine Rahmen sind sehr wendig, im MTB Bereich ist dies oft gewünscht. Auch für maximale Freiheit im Schritt. Die überhöhung von Sattel zu Lenker wird dadurch aber größer und unkomfortabler, was bei modernen Rahmen mit sehr kurzem Steuerrohr schnell zum Problem werden kann. Man sitzt wie der buchstäbliche Affe auf dem Schleifstein bei zu kleinen Rahmen, vor allem weil das Steuerrohr zu kurz ist. Ist der Rahmen zu groß, muss man sich zu weit strecken um den Lenker zu erreichen. Ein Ausgleich über zu kurzen Vorbau oder schmalen Lenker ist nicht immer ideal. Bei falscher Rahmengröße kann es daher schnell zu Rückenproblemen kommen. Es gibt bei der Rahmengröße soviele Faktoren, so das die Bestimmung sehr individuell erfolgen muss.

 

Probleme beim messen und den Angaben der Rahmenhöhe

Dazu kommt noch das die Schrittlänge bei der Meßmethode "Buch zwischen den Beinen" oftmals nicht genau ist, weil nicht bis Anschlag gedrückt oder mit gespreizten Beinen gemessen wird. Obendrein wird die Sitzrohrlänge auch noch unterschiedlich angegeben, normalerweise geht diese von Mitte Tretlager bis Mitte Oberrohr (italienisches Maß). Es tauchen aber auch Angaben bis Ende Sattelrohr auf (deutsches Maß). Als ob dies nicht genug ist, gibts es auch Angaben bis Oberkante Oberrohr. Bei Tchibo gab es mal ein Rennrad und man musste dann raten welches Maß gemeint war, weil nicht dabei stand auf was sich das Maß bezieht. Insgesamt betrachtet halte ich deswegen die Körpergröße für die primär wichtigste Größe und diese kann auch sehr genau bestimmt werden. Messfehler wirken sich bei der Schrittlänge auch etwa doppelt so stark aus als bei der Körpergröße weil der Messbereich kleiner ist.

geo

Maßangaben

  • 2 Sitzwinkel
  • A Sitzrohrlänge (deutsch bis Oberkante, italienisch bis Mitte Oberrohr)
  • B Oberrohrlänge
  • F Tretlagerhöhe aufgebaut
  • H Hinterbaulänge
  • O Vorderbaulänge
  • R Sitzrohrdurchmesser

Rahmengeometrie wichtig für Einsatzbereich

Beim modernen MTB werden oft sehr lange Oberrohre verwendet, da kürzere Vorbauten zum Einsatz kommen. Dies soll verhindern das sich das Rad bei Hindernissen oder Gefälle frühzeitig überschlägt, weil der Radstand länger und der Lenker in Relation weiter hinten im Vergleich zur Vorderradnabe ist. Beim MTB sollte man ausserdem aus Gründen des überschlages den Lenker nicht zu niedrig stellen. Aber auch nicht zu hoch, sonst hat man zu wenig Druck auf dem Vorderrad und es rutscht in Kurven zu schnell weg oder man muss sich zu weit nach vorne lehnen. Ist die Sattelstütze zu hoch und der Lenker zu niedrig, hat man bergab eine ungünstige Gewichtsverteilung. Der Lenker sollte so hoch sein, daß man an 20-30Grad steilen Rampen noch gut fahren kann, ohne das das Vorderrad steigt. Entscheidend ist hier vor allem auch der Sitzwinkel, welcher bei modernen Rahmen deutlich steiler geworden ist um bergauf besser klettern zu können. Möglich macht dies auch der längere Radstand. Ein kurzer Vorbau sorgt ausserdem für ein lenkwilligeres Verhalten. Die Rahmenhöhe fällt mit starkem Sloping eher niedrig aus, damit man genügend Beinfreiheit hat und der Rahmen dadurch stabiler ist. Die optimale Vorbaulänge ist in den Jahren deutlich kleiner geworden. Während in den 90ern noch 130mm üblich waren, sind es aktuell 35-60mm die am beliebtesten sind. Vor allem wenn es sehr abfahrtslastig wird, ist ein kurzer Vorbau vorteilhaft um das Gewicht weiter nach hinten zu verlagern.

Am Rennrad sind die Rahmen eher kurz und bei klassischem Aufbau auch von der Sitzrohrlänge in etwa genauso hoch wie das Oberrohr. Der Vorbau sollte nicht zu kurz gewählt werden, damit das Rad möglichst spurtreu ist. Als Standard Vorbaulänge haben sich ca. 110-130mm durchgesetzt. Die Sattelüberhöhung ist beim Rennrad meist deutlich stärker ausgeprägt, es gibt aber auch Marathon MTBs die ähnlich gestaltet sind. Ein großer Vorteil bei der Sattelüberhöhung ist die Verbesserung der Aerodynamik, die beim MTB meistens nicht so wichtig ist, der Nachteil die höhere Rückenbelastung. Man kann zwar begrenzt eine falsche Geometrie mit Sattelstütze und Vorbau ausgleichen aber optimal ist dies nicht.

Geometrie im AM,Enduro oder DH Einsatz

Was hier insbesondere wichtig ist, ein flacher Lenkwinkel und nicht zu kurzer oder hoher Rahmen. Speziell bei Hardtails, AM/XC Fullys oder älteren Rädern ist dies sehr oft nicht der Fall. Wenn man ein Bike möchte was wirklich gut bergab fahrbar ist, sollte man einen Lenkwinkel von mind. 66° wählen, bei DH würde ich zu mind. 64° raten. Die Steigfähigkeit bergauf lässt sich gut mit längeren Kettenstreben und steilen Sitzwinkel sowieso möglichst langem Oberrohr verbessern. Bei einem hohen Rahmen mit langem Sitzrohr, kommt man in Steilstücken nicht weit genug nach unten, der kurze Radstand macht das Rad zwar wendig aber nicht sehr spurtreu und man hat zuviel Gewicht auf dem Vorderrad weil man einen langen Vorbau montieren muss. Eine zu langes Steuerrohr sorgt dafür das der Lenker zu weit nach oben kommt und man nicht genug Druck auf den Lenker bringt. Insbesondere bei Rahmen mit viel Federweg sollte man darauf achten das das Steuerrohr kürzer ist. Längere Kettenstreben machen das Rad ebenso spurtreuer. Propain zeigt mit dem Twoface und 445mm bei einem AM, dass es nicht immer super kurz sein muss. Und was nicht vergessen werden darf ist die Höhe vom Tretlager. Es sollte nicht zu hoch sein, damit nicht der Schwerpunkt zu weit oben ist und auch nicht zu tief sonst streift man mit dem Pedal ständig am Boden. Bei Hardtail hat sich eine Höhe von 30-31cm bewährt, beim Fully sind es etwa 34-35cm.

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anon16 HapochkaV sagte im Thema Spokomat ...#465
 
Hier ist ein guter Speichenrechner auf Android. https://play.google.com/store/apps/details?id=hapochkav.spokecalc5
October 14, 2018 at 3:25 pm
anon16 xrated sagte im Thema Monarch ...#464
 
Findest du in der Kategorie Tuning
September 14, 2018 at 9:13 pm
anon16 sebastian fischer sagte im Thema Monarch ...#463
 
würde gerne RockShox MTB-Dämpfer Monarch Plus RC3 Debon Air Luftfeder, mid-mid 200x57 auf Tune L/M umbauen, hat wer ein fertiges Shimstack oder die korrekte Anordnung. Vielen Dank
September 12, 2018 at 12:22 am
anon16 Horst sagte im Thema Nabe ...#462
 
X Treme 10 auf 11 Fach Giebts Freilauf Körper Einzel?
August 15, 2018 at 6:22 pm
anon16 Stefan sagte im Thema Gabelöl ...#461
 
Hi xrated, kannst du den Unterschied zwischen den SAE Klassen für Gabel- und Motoröl noch erwähnen. Ich habe ein Weilchen Gebraucht, gute Quellen sind: https://www.bikesmedia.in/reviews/motorcycle-fork-oil-explained-do-you-also-need-to-replace-the-fork-oil-as-you-do-the-engine-oil.html https://www.quora.com/What-does-the-wt-rating-mean-in-the-context-of-suspension-fluids
July 29, 2018 at 5:40 pm
anon16 Dennis sagte im Thema Monarch ...#460
 
Hi xrated, es geht noch mal um meinen Post #454 und deine beiden Antworten: ja, mir geht es um den Druckstufen Tune. Ich habe Druckstufe M und benötige L oder eben etwas, was weicher als M ist. Ich werde die Tage den Dämpfer zerlegen und wenn es dir was nützt, die Plättchenanordnung mitteilen. Oder hast du ein passende Tune Zusammenstellung parart?
July 29, 2018 at 10:19 am
anon16 xrated sagte im Thema News ...#459
 
0W30 Motoröl oder Fox Gold.
July 13, 2018 at 9:31 pm
anon16 Stefan sagte im Thema Gabelöl ...#458
 
Sali, es heisst zwar: *Seit der Pike wird hier ein 0W30 Öl verwendet, es handelt sich um Motoröl mit unbekannten Additiven das deutlich niedrigviskoser als gewöhnliches Motoröl ist.* Aber es geht nicht daraus hervor, wass man denn anstatt diesem verwenden kann. Weiss da jmeand Rat?
July 12, 2018 at 10:06 pm
anon16 Daniel sagte im Thema Federung und Dämpfung ...#457
 
Auf welchen Druck stellt man die Rechte Seite der Federgabel sprich die Seite für Druck und Zugstufe. Ich hab eine alte Rock Shox C3 SL DualAir.
July 12, 2018 at 7:36 am
anon16 xrated sagte im Thema News ...#456
 
Wenns nur um den Druckstufen Tune geht, den könnte man auch selber anpassen.
June 24, 2018 at 11:40 am
von: bis:

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