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Sattel

Auswahl des Modells

Den richtigen d.h. passenden Sattel auszuwählen, ist für viele nicht einfach. Es ist nicht selten das man zahlreiche verschiedene Modelle testen muss, bis man den richtigen gefunden hat. Diese Seite soll helfen, um zu erkennen worauf es ankommt und auf was man achten sollte.

Sattel mit Mittenaussparung

smp saddle

Selle SMP Strike Sattel

Vielfach werden Sättel mit Mittenaussparung im Dammbereich als besonders ergonomisch angepriesen. Diese wurden eigentlich ursprünglich für Frauen entwickelt und sollten wirklich nur verwendet werden, bei Problemen im Dammbereich. Der Grund liegt darin: Der Druck auf die Sitzknochen wird durch die Aussparung erhöht, weil nun weniger Sitzfläche für die Verteilung vorhanden ist. Die Sättel mit Lochung sind nur in einer einzigen Position bequem, verrutscht man, passt das Design nicht mehr. Ich selbst komme mit solchen Sätteln überhaupt nicht zurecht, weil der Druck auf die Sitzknochen von Haus aus schon sehr hoch ist. Leider tauchen am Markt immer mehr dieser Sattel auf, dahinter steckt eine Menge Marketing. Die wenigsten Menschen benötigen wirklich so eine Aussparung. Ich empfehle hier mal einen sehr kurzen Sattel zu probieren, dort kann erst gar kein Druck entstehen.

Sattelbreite

Leider sind für viele Menschen die verfügbaren Sportsättel einfach zu schmal im hinteren Bereich. Bei den Modellen für Damen, scheinen sich breite Modelle schon durchgesetzt zu haben, nur bei den Herren ist meist bei 130mm schon Schluss. Bei Sätteln mit mind. 135mm Breite wird die Auswahl schon sehr dünn. Es ist stark auffallend das Sättel die als besonders bequem gelten z.B. Selle Turbomatic oder San Marco Regale, oft eine Breite von ca. 140mm haben.

Sattellänge

Ein längerer Sattel wird oft empfohlen damit man sich mit dem Körper besser am Sattel "festhalten" kann, wenn man auf dem Rad steht. Doch wenn die Nase zu lang ist, können auch Dammprobleme entstehen.

Sitzknochenabstand

Enorm wichtig ist der Sitzknochenabstand, der bei jedem völlig individuell ist. Mit ein Grund, warum man keinen Sattel für alle bauen kann. Frauen haben normalerweise einen etwas breiteren Abstand, aber das muss nicht immer der Fall sein. Dieser Abstand kann ermittelt werden, in dem man sich auf ein Stück Wellpappe setzt und dann den Abstand der beiden Sitzknochenabdrücke (jeweils von der Mitte des Abdrucks) nachmisst. Anhand diesen Abstands kann man schon einmal die ungefähre Sattelbreite ermitteln. Der Sitzknochenabstand liegt beim Menschen im Bereich von etwa 11-13cm. Damit liegt der Sitzknochen oft genau auf der Sattelkante, wo die Polsterung zu hart ist und es wird schmerzhaft.

Bezug

Ja selbst beim Bezug kann man etwas falsch machen. Leider finden sich an modernen Sätteln immer häufiger Stickereien oder allgemein Nähte auf der Oberseite. Diese sorgen dafür das die Radhose schneller aufgescheuert ist.

 

Form

Racesättel sind vorne meist sehr schmal damit es nicht an den Oberschenkeln reibt. Dadurch das der Oberkörper weiter nach vorn gebeugt ist, lastet mehr Druck auf den Armen und die Polsterung kann etwas härter ausfallen. Durch die Beugung senken sich ebenfalls die Sitzknochen, der Sattel sollte am Rand etwas abgesenkt sein.

Freeride und Touren Sättel sind breiter damit man mehr Federungskomfort hat, die Sitzposistion ist aufrechter. Der Sattel sollte im Heck eher flach sein, weil sich die Sitzknochen weniger stark absenken bei einer aufrechten Position.

Als besonders ergonomisch gelten auch Sättel, die keine ausgeprägte Nase vorne haben. Allerdings hat man dadurch auf dem Rad weniger Kontrolle, man kann sich weniger gut abstützen.

Damensättel sind in der Regel breiter als Herrensättel, vermutlich wegen der Breite des Beckens.

Polsterung

Carbonsättel ohne Polsterung sind übrigens oft bequemer als man auf den ersten Blick denken mag. Je mehr das Rad Richtung Race geht, desto härter sind in der Regel die Sättel. Erst im sehr harten Gelände oder bei hohen Sprüngen sind weiche Sättel wieder stark von Vorteil. Eine Carbonschale ohne Bezug ist demnach eher etwas für ein Rennrad, kann mit Bezug aber erstaunlich bequem sein weil das Material besser nachgibt als Hartplastik.

Sattelstreben

Standard sind 7mm und es gibt einige Sattelstützen, die nur mit diesem Durchmesser funktionieren. Einige Sattel wie der Fizik Aliante Carbon, Selle Italia Flight SLR oder Selle Royale Lookin Gel haben 8mm.

Es gibt sogar ovale Streben, die für Probleme mit der Kompatibilität sorgen können. Grund dafür sind die bruchgefährdeten Streben aus Carbon. Erster Wert ist normalerweise die Breite, der zweite die Höhe der Stange. Hier gibt es den Fizik Standard (auch Tune Speedneedle 2007) 7x9,6mm oder Selle Italia (Ritchey) mit 8x8,5mm. Ältere Tune Sättel hatten dagegen 11.3mm und Sättel wie Fizik Aliante Carbon Twin Flex, Selle Italia Flight Carbino (2008), Kit Carbino kommen auf 10.4mm. Turbomatic hat (5,8)7,3x9,15mm. Der Wert in Klammer ist eine Verjüngung an der unteren Seite. Selle Italia Flight SLR Carbon 2007 und May Flite werden mit 9,2mm angegeben. Bei ovalen Streben können keine Sattelstützen mit seitlicher Klemmung verwendet werden. Bei manchen Stützen gibt es aber andere Klemmschalen die nachgekauft werden können z.B. bei Ritchey One Bolt. Entscheidend wird hier die maximale Höhe des Gestells sein.

Beim Material wird meist Stahl, Manganese oder Titan verwendet. Carbon ist zwar am leichtesten und federt gut, aber die Sattelstütze sollte im Klemmbereich eine möglichst großflächige Klemmung aufweisen. Ausserdem bricht Carbon ziemlich schnell, hier kann schon ein größeres Schlagloch für einen Bruch reichen. So ist mir ein Aliante Carbon auf einem Trail gebrochen, dieser ist allerdings auch nicht für MTB freigegeben. Sattelstützen mit Jochklemmung sollte man nicht verwenden, da sich diese ins weiche Carbon eindrücken können.

Tips beim Kauf

  • Sitzknochenabstand beachten
  • Sattel im Heck nicht zu schmal wählen
  • Mehrere Modelle probieren und mind. einige Minuten probe fahren
  • Bei sportlicher Haltung sollte das Heck an den Rändern etwas abfallen
  • Mittenaussparung nur bei Dammproblemen, empfehle eher kürzeren Sattel
  • Schnell- und Vielfahrer wählen härtere Sättel
  • Sattelstütze Kompatibilität beachten bei Carbongestell

Optimale Nutzung

Einstellung der Neigung

tiltangle

Neigungswinkel einstellen (Quelle Bike-Magazin.de)

Auch die Ausrichtung des Sattels hat massiven Einfluss, ist die Sattelnase zu weit unten, rutscht man ständig nach vorne. Ist sie zu weit oben kommt es zur Probleme mit der Blutzufuhr weil die Gefäße eingeklemmt werden. Man sollte die Neigung mit einer Wasserwage einstellen, so das der Sattel waagrecht ist. Eine Ausnahme sind Downhill oder Dirt-Bikes, welche bergab gefahren werden und die Sattelspitze nach oben gestellt haben. Bei diesen ist die Sattelhöhe aber auch weitaus niedriger.

Hoseneinsätze

Aktuelle Radhosen haben deutlich besser und stärker gepolsterte Einsätze (aus Stoff mit Polster), als es früher der Fall war (einfacher Ledereinsatz). Ohne diese, würde man es auf wenig gepolsterten Sätteln nicht lange aushalten.

 

Einstellung der horizontalen Position

horizontal

Sattel Horizontale (Quelle triathlon-tipps.de)

Den Sattel kann man mittels der Sattelstützenaufnahme, auch vor- und zurück schieben. Ausnahme sind Sattelsützenkerzen. Als Grundeinstellung sollte das Knie etwa auf Höhe der Pedalachse sein. Der Sattel weiter nach hinten vergrößert den Druck auf das Knie und wird eher von Bergfahrern gewählt. Bei Triathlonrädern wird der Sattel weiter nach vorne geschoben. Ich stelle den Sattel so ein, daß das untere Ende der Kniescheibe im Lot mit der Pedalachse ist.

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anon16 Matse sagte im Thema Hinterbausysteme ...#487
 
Santa Cruz war NICHT der erste Hersteller von VPPS - 1995 brachte die Marke Outland Cycles ein VPP, meines Erachtens das erste VPP. Outland hat das Patent an Santa Cruz verkauft.
September 19, 2019 at 8:19 am
anon16 nemo sagte im Thema Innenlager ...#486
 
Die Kettenlinienformel kann aus verschiedenen Gründen nicht stimmen. Man müsste die Kettenblattbreite dazuaddieren, nicht abziehen (Du misst ja vom Kettenblatt innen). (Extrembeispiel: 10mm innen, 20mm außen, Ergebnis wäre (10 + 20 + 2) / 2 == 16, hat hin, zeichne selbst.) Damit erreichen wir die Mitte zwischen den beiden Kettenblättern. Dazu wird die Kettenlinie normlerweise von der Mitte des Sitzrohrs aus angegeben (wie auf der Sheldon-Brown-Zeichnung), also muss die Hälfte des Sitzrohrdurchmessers noch dazu. Vielen Dank für das informative Kompendium, hat mir mehrmals die Augen geöffnet.
September 10, 2019 at 2:25 pm
anon16 Tobi sagte im Thema Reverb ...#485
 
Hallo zusammen, möchte gerne den Service machen an meiner Reverb Stealth A2. Allerdings passen die Gravur und die Maße nicht. Auf dem Rohr steht 31.6 430mm. Aber die Stütze hat nur 125 Hub. Das passt ja so nicht. Wie hoch also mit Öl befüllen ?
August 26, 2019 at 9:41 pm
anon16 Stephan sagte im Thema Charger ...#484
 
Danke für die ausführliche Info. Ich überlege gerade selbst wie ich meinen Shimstack anpassen kann, tendiere jedoch zu einem härteren Setting. Mir sind im Artikel folgende Punkte aufgefallen. Die Stahlfeder in der RCT3 welche den Shimstack vorspannt ist nur im Climb Modus aktiv. Im Open und Trail Mode nicht, hier ist ein Abstand zwischen Feder und Shim. Desweiteren werden im Climb Modus die Ports für das Lowspeed Damping verdeckt und im Trailmodus vermutlich nur halb verdeckt. Das erklärt auch weshalb der Rebound langsamer wird, da das Öl nur durch das Check Valve fließen kann und nicht mehr durch den LowSpeed Port. So wie das aussieht, soll der Compression Shimstack wie ein Popetvalve funktionieren. Also er soll sich nicht dynamisch anpassen, sondern ab einem Punkt einfach aufmachen. Da die die High- und Lowspeed Ports parallel angesteuert werden, ist der maximale Wert vom Lowspeed abhängig Highspeed Shimstack. Ist dieser zu soft hat man entsprechend wenig Lowspeed Damping da das ganze öl durch den Shimstack fließt. Eine Anpassung in der RCT3 ist noch schwieriger da das Endteil der Stahlfeder bündig mit den Shims sein muss. Ändert man die Größe der Shims oder die Höhe funktioniert das nicht mehr richtig. Dann gehen entweder die Shims kaputt, können sich nicht richtig bewegen und man hat zuwenig oder zuviel Vorspannung.
August 22, 2019 at 12:14 pm
anon16 elphil sagte im Thema Monarch ...#483
 
Vielen Dank fuer die O-Ring Groessen! Moechte nicht das teure Servicekit wegen zwei Dichtungen kaufen, IFP ist undicht. Hat mir sehr geholfen!
August 21, 2019 at 7:46 pm
anon16 GhostriderXL sagte im Thema Laufrad bauen ...#482
 
Heute mein erstes Laufrad selbst gebaut: -Nabendynamo Shimano DH-T8000 -Felge DT Swiss 545d 622-21 -Speichen DT Swiss Alpine III, 290mm, -Nippel DT Swiss ProLock, 12mm Super Anleitung, hat auf Anhieb geklappt. Nach dem Zentrieren mein bestes Vorderrad, das ich je hatte.
July 28, 2019 at 10:51 pm
anon16 omid sagte im Thema Campa/Shimano ...#481
 
9fach Campagnolo Ergos mit 8fach Shimano Gruppe. Habe 9-Fach Veloce Ergopower mit Shimano 8-Fach Schaltwerk und Kassette kombiniert. Das funktioniert ohne irgendwelche Modifikationen, einfach so.
July 28, 2019 at 8:26 am
anon16 xrated sagte im Thema News ...#480
 
Das geht wohl nur mit einer eigenes konstruierten Nabe und wenn der Hinterbau breit genug ist.
July 24, 2019 at 2:13 pm
anon16 Lew sagte im Thema Nabe ...#479
 
Die interessanteste Seite, die ich bisher finden konnte. Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Ich suche nach einer Lösung an beiden Seiten der Hinterrad-Nabe unabhängig voneinander Kraft aufs Rad zu bringen, also mit jeweiligem Freilauf. Bin für jeden Hinweis dankbar.
July 20, 2019 at 2:54 pm
anon16 Stefan sagte im Thema Nabe ...#478
 
Mit brachialer Gewalt (den eigens zurechtgefeilten Tacx-Schlüssel hats um fast 90 Grad verdreht) hab ich nun den Freilauf meiner 7700ner DA-Nabe aufgekriegt. Ursache allen Übels ist der vermaledeite Lagerkonus, sowohl innen zum Freilaufkörper (nicht so schlimm) als auch außen zur Achse (Kiesgrube)sind die Lagerlaufbahnen völlig verkratert. Hat jemand Erfahrungen mit dem Austausch dieses Konus aus anderen (billigeren) Shimano-Freiläufen, will nicht den Titankörper oder die komplette Nabe in die Tonne kloppen.
July 14, 2019 at 3:37 pm
von: bis:

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